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September 26, 2009

Explosiver Darminhalt

Filed under: Paranoia — martin @ 7:39 pm

SpON schreibt über einen Attentäter, der die Bombe im Dickdarm versteckt hatte. Im Artikel wird schon beinahe die Terror-Apokalypse beschworen. Ich bin dagegen fast schon froh, daß es jetzt endlich so weit gekommen ist, wie ich es schon vor Jahren prophezeit habe. Alle Szenarien, alle Sicherheitsmaßnahmen, alle Überwachung sind gegen derart entschlossene Täter vollkommen sinn- und wirkungslos.

Vielleicht kommt dann ja irgendwann mal einer auf die Idee, zu hinterfragen, was einen Menschen überahaupt dazu treibt, sich Sprengstoff in den Arsch zu schieben. Das wäre vielleicht die größte Chance in der Geschichte des Post-9/11-Terrorismus.

September 4, 2009

Das Internet ist ein rechtsfreier Raum.

Filed under: Internet, Paranoia — Tags: , — martin @ 6:08 pm

Mal ganz im Ernst. Im Internet kann man aufgrund der Ausübung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung oder aufgrund der Erstellung einer Privatkopie eines Musikstücks mit Zivilklagen überzogen werden, die nicht nur einen selbst im Jetzt ruinieren werden, sondern aufgrund derer die Nachkommen auch in 50 Jahren noch das Erbe ausschlagen werden.

Das Internet ist ein Raum, in den der Rechtsstaat gerade einmal so weit hineinragt, daß Behörden, Konzerne und Anwälte den kleinen Mann mit seinem Weblog massiv schikanieren können. Die großen selbst sind unantastbar. Allenfalls in Einzelfällen können Massen mobilisiert werden, die auf dem Umweg über negative Publicity die “großen” dazu bewegen können, mühsam so weit zurückzurudern, wie unbedingt erforderlich.

Das Recht ist auf der Seite dessen, der Geld und Macht hat. Man fühlt sich geradezu an feudalistische Verhältnisse erinnert. Die Machtgefälle zwischen “den Großen” und “den Kleinen” ist so gewaltig, daß man sich in seiner Klischeehaftigkeit schon fast am Stammtisch wähnt.

Das Internet ist ein rechtsfreier Raum. Ein grund- und bürgerrechtsfreier Raum. Und zwar heute mehr, als jemals zuvor in seiner Geschichte.

August 30, 2009

Wired, Juli 1997: The Long Boom

Filed under: Paranoia, Technology — Tags: , , — martin @ 12:19 pm

Beim Umziehen und Aufräumen fielen mir die Ordner mit archivierten Zeitschriften in die Hand. Zentnerweise Altpapier habe ich weggeschmissen. Ich wußte aber, daß sich irgendwo ein ganz besonderes Schätzchen verstecken müßte. Und tatsächlich:

thelongboom

Wir hatten 1997 ja nichts. Es gab kein Slashdot, kein Digg, keine Blogs, kein Twitter, keine Wikipedia. Na gut, wir hatten das Usenet. Google gab es übrigens auch noch nicht. Aber für den echt allerheißesten und visionären Shice gab es das Leitmedium WIRED. Erhältlich als Import am Bahnhofskiosk für 17 Deutsche Mark.

Im Juli 1997 werden in WIRED sensationelle technische Neuerungen beworben, wie z.B. der Apple Powermac 9600/200MP mit 2×200MHz. Auf vielen Werbebildern (und die gab es in WIRED wirklich im Überfluß) sieht man Röhrenmonitore, bei denen man sich fragen muß, wie die Statik gängiger Wohnungen das jemals ausgehalten haben kann.

WIRED stand auf jeden Fall an der Speerspitze so einer Art digitaler Revolution. Und WIRED sagte damals im Essay “The Long Boom” eine digitale Revolution voraus, die der Menschheit über Jahrzehnte Freiheit, Frieden und Wohlstand bringen würde.

Der Boom fällt aus. Das wissen wir hier in der “zivilisierten” Welt, und das wissen auch die ganzen armen Schweine in der dritten Welt, die heute so wenig zu beißen haben, wie vor 12 Jahren. Aber es kann ja auch sein, daß die ganzen Afrikaner eh nicht gemeint waren, als von “a better environment for the whole world” die Rede war. Davon, daß für jedes neue Gadget, das man sich kauft, ein Gorillababy abgemurkst wird, will ja auch keiner was wissen.

Auch WIRED wußte natürlich, daß möglicherweise doch nicht alles nach Plan laufen könnte und so wurden gleich “10 Scenario Spoilers” umrissen, die so genau den Nagel auf den Kopf treffen sollten, daß es heute schon fast erschreckend wirkt. Ich zähle mal nur die auf, die eingetreten sind:

2.
New technologies turn out to be a bust. They simply don’t bring the expected productivity increases or the big economic boosts.

3.
Russia devolves into a kleptocracy run by a mafia or retreats into quasicommunist nationalism that threatens europe.

6.
Major rise in crime and terrorism forces the world to pull back in fear. People who constantly feel they could be blown up or ripped off are not in the mood to reach out and open up.

8.
Energy prices go through the roof. Convulsions in the Middle East disrupt the oil supply, and alternative energy sources fail to materialize.

10.
A social and cultural backlash stops progress dead in its tracks. Human beings need to choose to move forward. The just may not…

Die Vorhersage über den “Long Boom” ist nicht eingetreten, aber die “Scenario Spoilers” haben den Nagel wirklich auf den Kopf getroffen. Herzlichen Glückwunsch dazu. :-(

August 3, 2009

Schlecht gewartet: Das Netz.

Filed under: Paranoia, Politics — Tags: , — martin @ 7:31 pm

Tja, was soll ich sagen? Seit ich Twitter benutze, ist hier wirklich der Hund begraben. Der Zwiespalt in mir, hinsichtlich meiner Online-Aktivitäten, ist dabei nicht gerade kleiner, sondern umso größer geworden.

Auf der einen Seite finde ich es massiv schlecht, nicht mit meinem Namen für meine Meinung in der Öffentlichkeit zu stehen. Auf der anderen Seite habe ich nach wie vor gewaltige Angst davor, für irgendeine impulsiv gemachte Meinungsäußerung abgeschossen zu werden, sei es durch Abmahnung, oder durch das Andichten eines Straftatsbestands.

Wenn ich mir meine alten Blogposts aus der Zeit von 2003 bis 2007 anschaue, macht mich das regelrecht traurig. So schön “unschuldig” wie damals wird es nie mehr werden. Es ist seit 2003 ja auch viel passiert: Die CDU ist drangekommen, Vorratsdatenspeicherung, Zensurerleichtungsgesetz, ein Klima, das von reichlich Angst geprägt ist, und das nicht nur im Netz, sondern z.T. auch im richtigen Leben in der Außenwelt. Das hätte vor nur 5 Jahren wirklich niemand gedacht.

Die Frage ist, was kommt als nächstes? Lohnt es sich, am anonymisierten Internet in Gestalt von I2P oder Freenet zu arbeiten, oder wird das gleich als nächstes unter Strafe gestellt? Muß man damit rechnen, unter Kinderpornoverdacht die Bude durchsucht zu bekommen, weil man an einem Anonymisierungsnetz teilgenommen hat? Und wenn nicht heute, wann dann?

Freund P. hat Anfang der 1990er zu mir gesagt, daß er glaubt, daß dieses neumodische “Internet” eines Tages zu einem Einwegmedium mit Rückkanal verkommen wird. Und ich glaube, er wird recht behalten, denn Einzelpersonen mit ihren Meinungen und Beiträgen sind hier zwar von den “Peers” gefragt, aber von staatlicher Seite nicht mehr erwünscht.

Mit der Umgestaltung des Internet zum bürgerrechtsfreien Raum geht die Erwartung einher, daß man das Netz brav zum Bestellen von Konsumgütern und konsumieren der Produkte des professionellen, gleichgeschalteten Qualitätsjournalismus benutzen soll, aber nicht, um eigene Inhalte zu verbreiten. Das fängt bereits bei den mageren “Uploadraten” der DSL-Provider an und setzt sich fort in den juristischen Fallen, die an jeder Ecke im Netz lauern. Und zu all dem spricht die blonde Frau auf den Bildschirm vom Internet als rechtsfreiem Chaosraum, der endlich mal reguliert werden sollte.

Das Internet, in das ich 1995 meine erste Homepage raufgeladen habe, ist unterdessen irgendwo in der Zeit zwischen Otto Schily und Jörg Tauss sanft entschlafen. Friede seiner Asche.

Aber auch die Mailboxnetze, in denen ich Anfang der 1990er aktiv war, werden nur noch von einer handvoll beinharter Freaks am Leben gehalten. So beschränke ich mich im Moment aufs Abwarten, was wohl als nächstes kommt. Es wäre schön, wenn wir wieder ein Kommunikationsmedium bekämen, auf das man sich mit Haut und Haaren einlassen kann, ohne sich hinter anonymen Bloghostern und Hotmail-Adressen verstecken zu müssen.

Hoffentlich lohnt sich das Warten irgendwann.

(Vielversprechend finde ich derzeit den Mesh-/Freifunkbereich, aber hier im ländlichen Raum bleibt so etwas wohl auf Jahrzehnte eine Utopie.)

Es wird an dieser Stelle auch in Zukunft noch Blogposts geben, keine Angst. Aber der Vision, mit dem Netz in der Hand irgendwas in der Welt verändern zu können, gebe ich mich nicht mehr hin.

May 23, 2009

Freakshow ‘49-’90

Filed under: Paranoia, Politics — Tags: , — martin @ 9:36 pm

Sehr schöner Artikel in der Zeit, “Helden wie ihr“:

Offenbar ist in Zeiten der Krise das Bedürfnis des Staates nach Legitimation enorm und der historische Fehlschluss nützlich, dass aus einem gelungenen Jahr 1989 das Gelingen des Jahres 2009 folgt. Deshalb war es kein Zufall, dass Angela Merkel die vereinten Bürger kürzlich zum Optimismus ermahnte. Bitte in der Krise keine destruktive Kritik! Bitte positiv denken! Das erinnert an die Feiertagsgepflogenheiten der DDR. Damals war das Land, in dem man lebte, immer auch dasjenige, von dem man geträumt haben sollte.

Die Diskussion um den “Unrechtsstaat” DDR weist ziemliche Parallelen zu meinen Nazi-Thesen auf, die ich hier in ziemlich ermüdender Weise schon oft geäußert habe. Wie bei den Nazis, so trübt auch hier die Geschichte den Blick und steht einer objektiven Bewertung der Gegenwart im Weg.

Allein schon der “Unrechtsstaat”. Ein Unwort, das in der allwissenden Müllhalde Wikipedia erst vor ein paar Wochen Einzug gehalten hat. Aber klar, daß langsam ein neues Vokabular her muß. Wenn man von Diktaturen und Polizeistaaten sprechen würde, liefe man immerhin Gefahr, plötzlich die eigene Nähe zu Überwachungs- und Polizeistaaten zu erkennen,

  • in denen Blogger und Oppositionelle mal eben zwischendurch Mundtot gemacht werden können,

  • in denen es keine Rechtssicherheit im Hinblick auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit gibt,
  • in denen korrupte Regierungsmitglieder die Legitimation des Verfassungsgerichts in Frage stellen,
  • und in denen unter vorgeschobenen Gründen die Einführung der Internetzensur betrieben wird.

Gut, daß es in Deutschland nie wieder so kommen wird, wie es mal war. Amen.

March 21, 2009

Zensur als Anfang

Filed under: Internet, Paranoia — martin @ 7:56 am

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, dann sehe ich die Debatte über Internetzensur ja auch ein wenig als Chance für den Aufbau weniger zentralistischer Strukturen, als sie sich gegenwärtig im Netz herausgebildet haben.

Das könnte anfangen bei Community-Rootservern mit 10, 20, 100, 1000 Nutzern, wo sich viel Kommunikation auf der lokalen Festplatte abspielt (ich kann mich aus der Zeit um 1992/93 an Mailbox-Stammtische mit 20 oder 30 Besuchern erinnern), bis hin zur Ausbildung starker und performanter Darknets. Schade dabei wäre, daß wir dann auch de-facto wieder zu den Verhältnissen der frühen 1990er zurückkämen. Eine kleine Elite hätte unregulierten Zugriff zu allen denkbaren Informationen, während der kleine Mann auf der Straße glauben müßte, was in der Zeitung steht was ihm im gefilterten Teil des Internet zugänglich ist.

Die tolle Vision von der Demokratisierung der Information durch das World Wide Web, die wir mal hatten, als wir aus unseren Mailboxnetzen per Gateway Mails ins Internet verschickt haben, ist eh im Eimer, daran brauchen wir uns nicht länger festzuhalten.

March 16, 2009

Massenvernichtungswaffe

Filed under: Paranoia, Politics — martin @ 8:02 am

Nach der Tauss-Geschichte und nach der Lektüre des einschlägigen Artikels auf Wikileaks, und mit dem Gedanken im Hinterkopf, daß allein der Verdacht auf diese Monstrosität schon ausreicht, um Existenzen komplett zu zerstören, neige ich dazu, mich einer Denkweise anzuschließen, die es für sinnvoll halten könnte, den Besitz von Kinderpornographie nicht länger unter Strafe zu stellen.

Sicher: Genau wie der Internetfilter der Frau von der Leyen ergibt es immer wieder spektakuläre Schlagzeilen, wenn gleich im Tausenderpack gegen angebliche Konsumenten ermittelt wird. Nicht so gern berichtet wird dann jeweils darüber, daß tausendfach Verfahren wieder eingestellt werden und die Verdächtigten trotzdem ruiniert sind. Für mich gleicht das einer mittelalterlichen Hexenverfolgung, bei der eine simple Anschuldigung und digitales Unterjubeln von Beweismaterial schon reichen, um den Nachbarn oder Kollegen auf dem Scheiterhaufen um Gnade winseln zu sehen.

Wenn man dann noch auf der anderen Seite liest (s.o.), wie die Strukturen wirklich aussehen sollen, und erfährt, daß sich die Szene angeblich dahingehend organisiert, daß es überhaupt keinen physikalischen “Besitz” auf Konsumentenseite gibt, dann kann man schonmal ins Grübeln kommen und sich fragen, ob medienwirksame Schauverfahren nicht die wertvolle Arbeitszeit von Polizisten verschleudern. Die würden sicher auch lieber die Produzenten vor Gericht bringen. Leider scheint daran aber seitens der Politik kein so brennendes Interesse zu bestehen.

March 5, 2009

So wird Geschichte geschrieben

Filed under: Paranoia, Politics — Tags: , — martin @ 8:54 pm

“Am 5. März 2009 hob der Immunitätsausschuß des 16. Deutschen Bundestags die Immunität des Bundestagsmitglieds Jörg Tauss auf. Tauss war bildungs- und forschungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag. Er galt innerhalb der regierenden großen Koalition als einer der prominentesten und kompetentesten Kritiker der Bemühungen, einen globalen Zensurfilter für den Internetzugang aus Deutschland zu errichten. Seine Kritik hatte sich insbesondere gegen die Argumentation der Regierung gerichtet, daß Filtermaßnahmen gegen Webseiten mit Kinderpornographie ein probates Mittel seien, um Kinder tatsächlich vor Mißbrauch zu schützen.”

“Die politische Laufbahn des badischen Politikers war mit einem Schlag beendet, nachdem die Staatsanwaltschaft seine Privat- und Büroräume nach kinderpornographischem Material durchsucht und dabei belastendes Material gefunden hatte.”

“Weitere Zensur- und Sicherheitsgesetze wurden in den folgenden Monaten verabschiedet, ohne daß es zu Widerspruch aus den Reihen der Koalition gekommen wäre.”

January 18, 2009

Gib dem Affen Zucker!

Filed under: Paranoia — Tags: , , — martin @ 12:38 pm

“Al-Qaida”-Drohung gegen Deutschland. Jawoll! In 8 Monaten ist Bundestagswahl.

December 4, 2008

Using a USB key for the LUKS passphrase

Filed under: Paranoia, UNIX & Linux — Tags: , , — martin @ 10:43 pm

When I had installed my notebook with Ubuntu 8.04 “Horny Hard-on”, I had opted to put the /home filesystem onto an encrypted partition on /dev/sda4. However, after a few months, entering the passphrase after turning on the computer doesn’t seem to be that attractive anymore. I have therefore decided to try to store the passphrase on a spare USB key.

This is how I migrated my LUKS container to a passphrase stored on USB media.

First, I filled the USB key with random data:
# dd if=/dev/urandom of=/dev/sdc

Then, I siphoned off 256 bytes from the USB key, to be used as the passphrase:
# dd if=/dev/sdc of=/home/martin/foo.key bs=1 count=256

foo.key is required temporarily. You may keep a copy of it stored in a safe place, or you may leave the interactive password in place as a fall-back measure. Which is what I’m doing.

The new passphrase can be added to the LUKS container like this:
# cryptsetup luksAddKey /dev/sda4 /home/martin/foo.key

Cryptsetup asks for “any passphrase”. That is one of the numerous possible passphrases that may be assigned to a LUKS device at once. Such as the interactive passphrase that is already in place.

When the new passphrase has been added, foo.key can be deleted.

Next, I determined the USB id of my USB key:
# ls -l /dev/disk/by-id/ | grep sdc
lrwxrwxrwx 1 root root 9 2008-12-04 21:31 usb-LG_XTICK_AAAAAAAAAAAAAAAAA-0:0 -> ../../sdc

I found that I needed a little helper script that extracts 256 bytes from the USB key and pipes them to stdout:

#!/bin/bash
# Script: /usr/local/sbin/dd-luks-key.sh
if [ -e $1 ]
then
dd if=$1 bs=1 count=256
fi

And now the change to /etc/crypttab:

# Old entry; ask for password:
#sda4_crypt /dev/disk/by-uuid/aaaaaaaa-bbbb-cccc-dddd-eeeeeeeeeeee none luks
# New entry; execute the keyscript with the USB id as the argument:
sda4_crypt /dev/disk/by-uuid/aaaaaaaa-bbbb-cccc-dddd-eeeeeeeeeeee /dev/disk/by-id/usb-LG_XTICK_AAAAAAAAAAAAAAAAA-0\:0 luks,keyscript=/usr/local/sbin/dd-luks-key.sh

That’s it. I can now reboot with the USB key plugged in and observe how the system automatically mounts the LUKS container. The USB key is not partitioned, so Gnome will not automatically mount it. It can just be pulled anytime after bootup.

If I had chosen to delete the interactive passphrase, which is stored in key slot 0:
# cryptsetup luksDelKey /dev/sda4 0

Be advised that this is no real-deal tough-minded security, but something that will protect the machine only against the type of attackers (e.g. thieves) who are out for your hardware but not for your data. Don’t leave the USB key close to the laptop. Use this responsibly. Thanks!

I’m not conviced that I will stick with this, as it’s far below my usual standard of paranoia. Nevertheless, I have gained a few nice insights into the LUKS system.

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