Soso, die Bahn hat also während eines Streiks vorsätzlich und im großen Stil Mails einer Gewerkschaft an ihre Mitglieder gelöscht. Und der Spiegel, in einem seiner unermüdlichen Versuche, die Meßlatte für seriösen Journalismus immer noch ein wenig tiefer zu legen, gibt ihr auch noch Raum für ungelenke Propagandastories:
“Die Benutzung des Hauspostsystems durch die GDL für Streikaufrufe war rechtswidrig“, sagte ein Bahn-Sprecher der Nachrichtenagentur afp zur Begründung. Durch die Massenmails der GDL habe es Probleme beim hausinternen Mailserver gegeben. Daraufhin sei entschieden worden, die E-Mails zu löschen. Der Bahn-Sprecher wollte keine Angaben dazu machen, wer diese Entscheidung getroffen hat.
Ich für meinen Teil nenne das nicht „Fehlerbehebung“, sondern „Unterdrückung von Mitteilungen lt. §206 StGB“. Bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe. Jeder bitte nur ein Kreuz. Danke.
Ganz ehrlich gesagt, würde ich hier auch gerne mal meine Berufskollegen vorm Richter sehen, die diesen Scheiß auf Anordnung offenbar mitgemacht haben. Mehdorn hat die Mailerqueue ja wohl kaum eigenhändig ausgeräumt.