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February 28, 2008

GRANT select ON *.* TO ‘bka’;

Filed under: Paranoia — martin @ 7:19 am

Gestern läßt sich der Chef von StudiVZ im Spiegel-Interview damit zitieren, daß er Unmengen Anfragen von Behörden nach den Daten von Benutzern bekommt. Um diese möglichst effizient beantworten zu können, habe er seinen Nutzern extra neue Geschäftsbedingungen verordnet.

(Nebenbei fiel mir in diesem Interview noch auf, daß er davon spricht, es gebe bei StudiVZ “kaum” Fake-Nutzer. Eine Nutzerbefragung habe ergeben, daß der geschätzte Anteil an Fakes bei 4,8% läge. Bei angeblich 5 Millionen Nutzern macht das eine schlappe Viertelmillion. Inwieweit eine Viertelmillion Fakes auf einer einzelnen Webseite kein Problem sein sollen, ist mir schleierhaft.)

Naja. Worauf ich hinauswill: Wirklich ulkig finde ich, daß am selben Tag, wo der Chef erklärt, daß er sich durch Überwachung erleichtert fühlt, ein “Jedermann”-Spinoff von StudiVZ angekündigt wird. Handelt es sich dabei um eine Art soziologisches Experiment, bei dem festgestellt werden soll, wieviel Überwachung die Bürger freiwillig auf sich zu nehmen bereit sind? Wie scheiße ist das denn? Auch schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten? Oder was?

February 27, 2008

Überlistet

Filed under: Paranoia — Tags: — martin @ 1:30 pm

Wolfgang Schäuble hat heute vom Bundesverfassungsgericht keine “schallende Ohrfeige” bekommen, sondern ist genau da, wo er hinwollte: Er hat jetzt per höchstrichterlichem Urteil den Freifahrtschein zum Ausrollen von Computerwanzen bekommen, auf die genau selbe Weise, wie er es sich immer vorgestellt und wieder und wieder in Interviews dargelegt hat. Das ganze Gerede von Steuerfahndung und Musikindustrie, das parallel nebenherlief, diente von Anfang an nur dazu, das ganze bis aufs äußerste zuzuspitzen. Alles verlangen, und nur ein Teil bekommen, das kann wirklich jedes Kind.

So, wie Grüne und FDP über dieses offensichtlich zweifelhafte Urteil triumphieren, könnte man glatt an eine Verschwörung glauben, mit der die Bevölkerung für dumm verkauft werden soll.

Deutsch-DAUs

Filed under: Egoblogging — martin @ 5:41 am

Bei einem Kunden, mit dem ich seit Jahren zusammenarbeite, gibt es den ganz großen Sicherheitsmenschen, der immer dann ins Spiel kommt und seinen Segen erteilen muß, wenn Systeme mit der Außenwelt kommunizieren sollen.

Man kennt sich mittlerweile. Und so gebe ich denjenigen, die eine Freigabe von ihm brauchen und vor seinem kritischen Urteilsvermögen zittern, immer einen ganz einfachen Ratschlag mit: “Schreiben Sie genau, was Sie wollen, so daß es auch jemand verstehen kann, der nicht in Ihrer Abteilung mit Ihren Produkten, Ihren Kunden und Ihren Tools arbeitet. Wenn er versteht, was Sie von ihm wollen, dabei nicht das Gefühl hat, daß ihm was vorenthalten wird, und er dann zu allem Überfluß keine Sicherheitsbedenken sieht, bekommen Sie immer eine Freigabe.”

In 80% aller Fälle kommt dabei eine Mail in gebrochenem Deutsch heraus, bestehend aus Stichworten und Halbsätzen, gespickt mit absurden herstellerspezifischen Abkürzungen und Produktbezeichnungen sowie natürlich Namen von selbstgeschriebenen Applikationen, die wirklich niemand kennt.

Wie schwierig kann das eigentlich sein, sich mal eine halbe Stunde Zeit zu nehmen und sich damit tage- oder wochenlanges Hickhack zu sparen?

Ich wiederhole: Mein Ehrenwort!

Filed under: Politics — martin @ 5:31 am

Wenn es Gerechtigkeit in der Welt gäbe. Wenn es eine höhere Macht gäbe, die unser Schicksal bestimmt. Und die das Wetter bestimmt. Dann würde, wenn ein Politiker dem anderen Wortbruch vorwirft, sich in Sekundenschnelle der Himmel verfinstern und die betreffende Person vom Blitz erschlagen. Verflixt und zugenäht, es gibt keinen Gott!

February 23, 2008

Alternativen zu Flickr? Meine Empfehlung.

Filed under: Metablogging — Tags: — martin @ 7:31 pm

Heise berichtet über ein sogenanntes “Barcamp” in Hannover, in dem auf besonders individuelle Weise zentrale Themen des Web 2.0 oder was auch immer behandelt werden. Dazu gehört – Heise zufolge – unter anderem die Frage nach “Alternativen zu Flickr”.

Was ich in der Causa Flickr zu sehen glaube, ist ganz massiver Eliten-Starrsinn der Web-2.0-Anwender. Der Exodus hat nicht begonnen, als Flickr von Yahoo gekauft wurde, obwohl das genau der richtige Zeitpunkt für einen Boykott gewesen wäre. Vielmehr kam ein Sturm der Entrüstung in dem Moment auf, wo Flickr sich ausdrücklich auch an deutsche Anwender zu richten begann. An genau diesem Tag entschloß sich Flickr/Yahoo, aufgrund eines bedauerlichen Mißverständnisses hinsichtlich der deutschen Jugendschutzverhältnisse, die Möglichkeit abzuschaffen, den Jugenschutzfilter komplett zu deaktivieren. Noch bevor dieser bis heute nicht korrigierten Fehlentscheidung ein massiver Kommunikations-Fuckup folgte (ich erspare euch die Details), waren 80% meiner deutschen Kontakte bereits über alle Berge.

Ein paar Wochen später fragten dann die ersten Blogger zögerlich, wie sie denn in Zukunft Fotos von Events sammeln sollen. Ich bin nicht völlig überrascht, daß das Thema tatsächlich noch heute, fast ein Jahr danach, unter der Oberfläche schwelt.

Erstens scheint Flickr ja wirklich einen Service zu bieten, der bisher nicht zu ersetzen ist. Zweitens müßt ihr euch ganz klar vor Augen führen, daß die nächste gigantische Web-2.0-Photo-Sharing-Site, wenn sie wirklich gut ist, genauso aufgekauft werden wird. Wenn nicht von einem absoluten Giganten, dann zumindest von so einem dubiosen Kapitalschieber wie bei diesem Fakebook-Verein. Drittens ist die nicht abschaltbare Jugendschutz-Option bei Flickr praktisch nicht zu bemerken. Insbesondere dann nicht, wenn man Flickr wirklich für das Sharing harmloser Eventfotos benutzt und nicht in die Tiefen irgendwelcher obskurer Gruppen abtauchen will.

Hier also ist mein Ratschlag: Get the fuck over it!

Hebt euch Ideale, mit denen ihr euch selbst Hindernisse in den Weg legt, einfach für andere Gelegenheiten auf.

Daß eure Macbooks in chinesischen Sweatshops produziert worden sind, juckt euch ja schließlich auch nicht.

February 22, 2008

Controller pulen

Filed under: Hardware — Tags: , — martin @ 10:29 pm

Ich war heute dreieinhalb Stunden mit dem Auto unterwegs. Genug für zwei Podcasts von Chaosradio Express. Der erste, aktuelle, ging über Hubschrauber und kann getrost als “bizarr” beschrieben werden.

Der andere Podcast jedoch, über Microcontroller und ein paar Wochen alt, war eine echte Wohltat. Ein Hacker namens fd0 von lochraster.org berichtete da derart leidenschaftlich über seine ersten Schritte und mittlerweile beträchtliche Erfahrung mit Atmel-Microcontrollern, daß es wirklich Spaß gemacht hat, zuzuhören. Da möchte man am liebsten direkt den Lötkolben rausholen, eine Großbestellung bei Reichelt aufgeben und den Assembler anwerfen. Klasse!

(Während ich mir den Assembler noch zutrauen würde, bin ich in Sachen Elektronik aber leider ein völliger Ausfall. Schade.)

Ausweichmanöver

Filed under: FOSS — Tags: — martin @ 6:44 am

Microsoft legt zu Bedingungen, die man nur mit einem Team von Anwälten akzeptieren kann, das eine oder andere Format und API offen und die Welt tobt vor Begeisterung. Manche Experten reden sogar schon von einer “Revolution”: Microsoft würde in die Open-Source-Bewegung einsteigen. Und das nur, weil angekündigt wurde, man wolle die Interoperabilität mit Open-Source-Applikationen verbessern.

Leider brauchen wir aber keine halbherzig offengelegten prorietären Protokolle und Formate, die auf Good-Will-Basis mitbenutzt werden dürfen und für deren Verwendung man bei der nächsten Strategieänderung eben doch mit juristischen Angriffen rechnen muß. Wir brauchen Standards, die wirklich jedem uneingeschränkt offen stehen und bei denen sich jeder nach Belieben bedienen kann.

Interessant ist, daß es insbesondere beim Office-Format diesen Standard mit ODF schon seit Jahren gibt und Microsoft in diesen Tagen trotzdem für das Veröffentlichen der OOXML-Spezifikation die Füße geküßt bekommt. Lächerlich. Alle Aktivitäten in Richtung OOXML sind nur Kampfmaßnahmen um das Format noch irgendwie als ISO-Standard durchzupressen. Geschieht das nicht, ist die Gefahr für Microsoft groß, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Nur zur Erinnerung: Wirklich revolutionäre Schritte im Bereich Open Source waren die Freigabe des Netscape Navigator und von StarOffice. Was Microsoft dagegen macht, sind äußerst verhaltene Schritte. Der große Zeh steckt vielleicht schon im kalten Wasser, aber die Muskeln sind noch ausreichend gespannt um ihn jederzeit zurückziehen zu können.

Ich behaupte nicht, daß Microsoft nicht in der Lage wäre, sich eine vollständig andere Reputation zuzulegen. IBM, die Mutter alles Bösen schon lange bevor Microsoft gegründet war, hat es schließlich auch geschafft. Bis es soweit ist, braucht es aber mehr als die Sonntagsreden des Herrn Ballmer. Einen guten Ruf kann man sich nicht kaufen, sondern muß ihn erarbeiten.

February 21, 2008

Ferkelkekse

Filed under: Insanity Online — Tags: , — martin @ 6:22 am

Tim Pritlove gehen die ganzen Gott-Leute auf den Keks, deswegen empfieht er den Kauf des Ferkelbuchs, in dem Kinder mit der Holzhammermethode darauf hingewiesen werden sollen, daß alle nennenswerten Religionen ganz doof sind.

Wißt ihr was, ihr Atheismus-Fanboys? Ihr geht mir auf den Keks. Ich oktroyiere meinen Kindern keine Weltanschauung und werde sie ganz, ganz sicher auch nicht mit eurem komischen Ferkelbuch beglücken.

Bei der Sache mit diesem Buch handelt es sich um ein reines Erwachsenenproblem. Kinder sind weniger dämlich, als man allgemein glaubt. Wenn ich anfangen würde, meinem Nachwuchs 1.0 diese Ferkelpredigt unter die Nase zu reiben, würde vermutlich die Mutter zu Hilfe gerufen und meine Zurechnungsfähigkeit gemeinschaftlich in Frage gestellt.

Im übrigen wüßte ich nur zu gern mal, was diese Atheismissionare (unter anderem) so sehr am christlichen Weltbild quält, daß sie glauben, aktiv dagegen agitieren zu müssen. Der Papst und seine Ansichten? Ich muß doch sehr bitten, dazu muß man wirklich die gesamte Entwicklung der Weltgeschichte seit dem 31.10.1517 verschlafen haben.

February 20, 2008

Debian-Zeitzone auf UTC umstellen

Filed under: UNIX & Linux — Tags: , , — martin @ 3:48 pm

Schwerer zu ergoogeln als man glauben mag:

# echo UTC > /etc/timezone
# dpkg-reconfigure tzdata

Hovercraft full of phishes

Filed under: Security — Tags: , , — martin @ 7:40 am

Heute auf dem F-Secure-Blog erstmals gelesen: Fast-Flux DNS. Spannend.

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