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January 31, 2008

Selbst-LART

Filed under: Scripting — martin @ 9:15 am


# rcsdiff blubb.pl
89c89
< if ($cooked->{'pid'} = $pid){
- - -
> if ($cooked->{'pid'} == $pid){

Eine Zuweisung, wo ein Vergleich hätte stehen sollen. Anfängerfehler in Reinkultur. Und das, nachdem das Script tagelang gigabyteweise Logfiles in die falsche Form geknetet hat. ARGH!!!

January 30, 2008

Paar Meilen unter dem Meer

Filed under: Technology — Tags: , — martin @ 7:29 pm

Im Mittelmeer hat es eine Handvoll Seekabel zerlegt. Das nutze ich mal als Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, daß Seekabel eine total spannende Angelegenheit sind.

Wer eine ausreichend große Aufmerksamkeitsspanne hat, kann für den Anfang Mother Earth Mother Board von Neal Stephenson lesen, in dem der Autor von verschiedenen spannenden Schauplätzen berichtet. (Leider ist der Artikel bei WIRED scheinbar schon so oft zwischen verschiedenen CMSen verschoben worden, daß das HTML-Markup zu gammeln beginnt.)

Animationen zur Verlegung und Reparatur von Seekabeln finden sich z.B. bei Alcatel-Lucent. Die Seite atlantic-cable.com beschreibt die Geschichte der Kommunikation per Seekabel seit ihren Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts.


(Foto: Tub Gurnard, CC-by)

Das International Cable Protection Committee hat u.a. ein Kataster aller wichtigen Seekabel online, wobei auch jene berücksichtigt sind, die nicht mehr in Betrieb sind. Selbstverständlich findet sich dort auch eine Liste der “Cableships Of the World”. Diese Schiffe bestehen im großen und ganzen aus gigantischen Kabeltrommeln, um die ein Schiffsrumpf herumgebaut wurde, zuzüglich natürlich der zur Verlegung erforderlichen Maschinen. (Update: Z.B. sehr schön als Schnittzeichung bei Tyco Telecom.)

Wenn eure Frauen oder Freundinnen mal ins Rosamunde-Pilcher-Land verreisen wollen, schlagt sofort zu, denn dort, in Porthcurno, an dem Ort, wo viele Jahre lang die meisten Seekabel von und zur britischen Insel anlandeten, befindet sich in einer Bunkeranlage im Fels ein Telegraphenmuseum. Wenn das kein Ort ist, den der Nerd von Welt vor seinem Tod gesehen haben muß, dann weiß ich nicht, was sonst in Frage käme. ;-)

Alles verboten für Kassenpatienten

Filed under: Egoblogging — martin @ 6:17 pm

Ich habe leider überraschend Mandeln bekommen und mußte mich im industriell geprägten, städtebaulich verschandelten und allgemein recht deutlich runtergekommenen Großstadt-Randbezirk, in dem ich für ein paar Tage geschäftlich unterwegs bin, kurz zum Arzt verkrümeln.

Aushang im Wartezimmer, sinngemäß:

Wir möchten unsere Patienten höflich bitten, nicht in verdreckter Arbeitskleidung in die Praxis zu kommen.

Des weiteren weisen wir darauf hin, daß starke Gerüche nach Schweiß, Qualm und Alkohol von anderen Patienten in der Regel als Geruchsbelästigung empfunden werden.

Herzlichst, Ihre Ärzte.

Ein Ort mit Charakter, ohne jeden Zweifel. ;-)

January 29, 2008

Vorm Imagewechsel

Filed under: Music — martin @ 9:37 pm

Das Management von U2 ist enttäuscht von den bösen Fans.

McGuinness sagte auf der Midem in Cannes, daß es an der Zeit sei für die Künstler, sich der “schäbigen, achtlosen und geradezu verlogenen Behandlung im digitalen Zeitalter” entgegenzustellen.

(BBC)

Danach das übliche Blahblah mit Raub- und Diebstahlsvergleichen.

Auge um Auge, Zahn um Zahn. Steht nicht nur in der Bibel, sondern scheint auch für die gottesfürchtigen Bandmitglieder von U2 das neue Motto zu sein. Weitermachen! Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt.

January 28, 2008

Unbemerkt

Filed under: Paranoia — Tags: , , — martin @ 8:39 am

Der heutige Tag ist für mich der Beweis dafür, daß es den Medien grundsätzlich Wurscht ist, was mit der Demokratie passiert, solange ihre feinen Ärsche sauber bleiben.

Das Thema Wahlcomputer war bereits vor der hessischen Landtagswahl heiß umstritten. Trotzdem lese ich heute nirgends etwas davon, daß es bei ihrem Einsatz zu skandalösen Zuständen gekommen ist. Die Blogs von Holger Klein (Hessischer Rundfunk, immerhin) und Frank Rieger (CCC) scheinen mir derzeit die besten Sammelstellen für Informationen dazu zu sein.

Wenn’s in der Konsequenz nicht so bitterböse wäre, müßte man fast unterstellen, daß friedlicher Widerstand (wenn man davon im Fall einer harmlosen Wahlbeobachtung überhaupt sprechen kann) in Deutschland einfach als Spinnerei abgetan und unter den Teppich gekehrt wird.

Gestern abend war, als ich mal in den Hessischen Rundfunk hineingehört habe, übrigens die Rede von einem Wahlbeobachter aus Chile, der sich verblüfft davon gezeigt haben soll, daß in Deutschland Militär und Polizei am Wahltag keine Präsenz zeigen.

Haha, wie drollig.

Fragt sich, wie lange das noch so bleibt.

January 27, 2008

Der Buntstift ist sein Schicksal

Filed under: TV — Tags: , , — martin @ 12:12 pm

Bei “Wetten, dass…” war gestern ein Kabinettstückchen zu bewundern, bei dem ein Herr mittleren Alters die Farbe von Buntstiften erkennen konnte, anhand des schabenden Geräuschs, das entsteht, wenn damit gezeichnet wird.

Damit er das Geräusch besonders gut hören konnte, saß er mit verbundenen Augen Schulter an Schulter neben seiner erwachsenen Tochter, die für den Anfang jeweils zwei Striche quer aufs Papier zog.

Zu unterscheiden waren 36 Buntstifte. Natürlich hat er alle ausgewählten Stifte fehlerfrei “erhört”.

Die Tochter hatte die Augen nicht verbunden.

Man muß beileibe kein Genie sein, um zu begreifen, daß sich bei 36 Buntstiften die komplette zur Erkennung benötigte Information in 6 Bit verpacken läßt:

1=000001 10=001010 19=010011 28=011100
2=000010 11=001011 20=010100 29=011101
3=000011 12=001100 21=010101 30=011110
4=000100 13=001101 22=010110 31=011111
5=000101 14=001110 23=010111 32=100000
6=000110 15=001111 24=011000 33=100001
7=000111 16=010000 25=011001 34=100010
8=001000 17=010001 26=011010 35=100011
9=001001 18=010010 27=011011 36=100100

Die ersten zwei Bit lassen sich vor den Augen der Öffentlichkeit abfackeln, indem die Striche mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gezogen werden. Danach sind nur noch vier Bit an Information zu übertragen. Die lassen sich problemlos per Atemrhythmus, Räuspern, Timing zwischen den zwei Strichen, Geprächsprotokoll (“bist Du bereit?”) oder was auch immer übertragen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Für das höchstwertige Bit, das nur mit geringer Wahrscheinlichkeit verwendet werden muß, kann man sich sogar was ganz abenteuerliches, wie z.B. eine abgebrochene Spitze, ausdenken. Wenn die Übertragung der 6 Bit dann geklärt ist, beschränkt sich die Kunst nur noch darauf, die binär codierten Zahlen einer Farbe zuzuordnen.

Vater und Tochter haben mir einen einigermaßen intelligenten Eindruck gemacht und ich bin restlos und ohne den Anflug eines Zweifels davon überzeugt, daß sie Gottschalk nicht nur mit dem kleinen Buntstift-Fingerspielchen bei der Verabschiedung auf den Arm genommen haben, sondern ihn und das ganze ZDF mit ihrer Vorstellung auch noch geschaukelt haben.

Nachtrag: Unten, in den Kommentaren, finden sich sehr schlüssige Thesen dazu, wie die Codierung tatsächlich ausgesehen haben könnte. Diese lassen sich anhand der Aufzeichnung der Sendung auch auf Plausibilität prüfen.

January 25, 2008

Postfix 2.5.0

Filed under: Security — Tags: , , , — martin @ 7:22 am

Seit heute ist die Version 2.5.0 des Postfix-MTA verfügbar. Das Feature, das mich am meisten interessiert, ist die Möglichkeit der Validierung von Serverzertifikaten anhand des Fingerprint.

Aus dem Changelog:

TLS (SSL) support was streamlined further, and provides a new
security level based on certificate fingerprints instead of CA
signatures.

Wo man vorher bei der Mailauslieferung über Einträge in tls_policy_maps geprüft hat, ob das gegnerische Zertifikat von einer bekannten CA signiert ist und auf einen Common Name aus einer bestimmten Domain ausgestellt ist:

example.com secure match=example.net

kann man nun auch selbstsignierte Zertifikate verwenden (oder Zertifikate, die von einer CA ausgestellt sind, mit deren Zertifizierungspolicy man nicht einverstanden ist) und den Fingerprint prüfen:

example.com fingerprint
  match=3D:95:34:51:24:66:33:B9:D2:40:99:C0:C1:17:0B:D1

Alle anderen Attribute des Zertifikats (insbesondere das Ablaufdatum) werden damit ignoriert.

Aus der Doku:

If certificate fingerprints are exchanged securely, this is the strongest, and least scalable security level. [...] This may be feasible for an SMTP “VPN” connecting a small number of branch offices over the Internet, or for secure connections to a central mail hub. It works poorly if the remote SMTP server is managed by a third party, and its public certificate changes periodically without prior coordination with the verifying site.

Ich finde es wirklich ulkig, daß hier von einem SMTP-VPN die Rede ist. Genau diesen treffenden Vergleich hat nämlich auch mal ein Kunde konstruiert, der im großen Maßstab Secure Channel TLS einsetzt, um den Internet-Mailtraffic mit seinen Partnern abzusichern.

Für die Verwendung im “Enterprise-Bereich” sollte die Prüfung von Fingerprints aber in der Tat trotz des objektiv zu gewinnenden Sicherheitsvorteils genau auf den Prüfstand gestellt werden. Schlampig arbeitende Gegenstellen mit Snake-Oil-Zertifikaten werden damit nämlich möglicherweise erst recht zu weiterhin schlampiger Arbeit angehalten.

January 24, 2008

Alles außer Hochdeutsch

Filed under: Insanity Online — martin @ 9:19 pm

Klare Ansage:

“wie kann man einen Sat-Resiver im Comp. Sichtbar machen über RS 232 Schnitts.
Bitte antworten auf deutsch und klar text.”

Heute gesehen auf der Mailingliste einer Linux User Group im Raum Süddeutschland.

January 23, 2008

Kommunikationsskill

Filed under: Misc — Tags: , — martin @ 10:32 pm

Wenn ich mir das aktuelle Innovationstempo in der EDV so anschaue (gähn!), wird uns und unseren Mitmenschen die Tastatur als am effizientesten benutzbare Schnittstelle zwischen Mensch und Computer wohl noch für den Rest des Jahrhunderts erhalten bleiben. Effizient ist sie allerdings nur, wenn man sie auch effizient bedient. Wer das noch nicht kann, sollte sich unbedingt den Schreibkurs auf schnell-schreiben.de reinziehen. Das macht sich wirklich im Alltag bezahlt.

(Via: Jean-Pierre, der mit seinem Suchsystem zwar mehr Worte schafft als ich, aber dafür auf die Tastatur kucken muß. Das, mein lieber, ist nun wirklich nur die halbe Miete! ;-) )

P.S.: Für den kalten Entzug eignet sich am besten DAS KEYBOARD. :-D

Unbefleckte Empfängnis

Filed under: Movies — Tags: — martin @ 5:48 am

Die Kinder sind jetzt in dem Alter, wo man sie schonmal mit einem einfachen Science-Fiction-Film konfrontieren kann. Dieser Tage war das also der lustige kindgerechte Animationsfilm “Star Wars Episode 1 – Die dunkle Bedrohung”.

Herausgekommen ist der Film 1999, vor neun Jahren.

Manche Filme steigern sich ja, wenn man sie nach langer Zeit mal wieder anschaut. Episode 1 reiht sich da unauffällig ein. Das zeitgemäße Gelaber der Gungan-Synchro ist noch peinlicher, die Frisur von Obi-Wan ist noch unerträglicher, Anakin ruft noch gewaltigere Gewaltphantasien hervor und sowohl seine unbefleckte Empfängnis als auch die Erfindung irgendwelcher Jedi-Blutwerte sind noch unglaublich viel peinlicher als jemals zuvor. Während man damals noch ungläubig-geschockt im Kino saß, tritt der Drang, sich vor Scham irgendwelche Körperteile abzuknabbern, mit ein paar Jahren Abstand wirklich uneingeschränkt zu Tage.

Das eigene Werk derart in den Schmutz zu ziehen und sich künstlerisch derart zu demontieren, wie George Lucas es getan hat, ist halt auch eine Art, Filmgeschichte zu schreiben. Und leider auch eine Art, um unverschämt reich zu werden. Aber das ist nochmal eine vollkommen andere Geschichte. ;-)

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